1. Treffen „Freundeskreis für das PALLIATIVNETZ ÖSTLICHES HOLSTEIN (PÖH) e.V.“

„ Lebensqualität am Lebensende“ ist der Leitspruch des Vereins Palliativnetz östliches Holstein e.V. Über Informationsveranstaltungen, 
Vorträge und Benefizveranstaltungen soll die Bevölkerung in unserer Region über die Möglichkeiten der Palliativversorgung am Lebensende informiert werden, sie dienen auch der Sammlung von Spenden, auf die der gemeinnützige Verein angewiesen ist. Lange gab es schon die Idee, zur Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit des Palliativnetzes einen Freundeskreis zu gründen.

Am 11.06.2013 fand nun das erste Treffen von Interessenten und die Gründung eines Freundeskreises in den Räumen der Diakonie in Bad Malente statt, an der auch Mitglieder des Fehmarner Freundeskreises teilnahmen, der im Dezember 2012 gegründet wurde.
www.fehmarnerfreundeskreis.de

Herr Steinbrink, 2. Vorsitzende des Vereins Palliativnetz östliches Holstein, informierte über die Geschichte, die rechtlichen Hintergründe, Aufgaben und Ziele des noch jungen Vereins und die Idee, Menschen zu gewinnen, ihre Zeit zu spenden, um den Verein insbesondere im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.
Herr Dr. Flader (Palliativmediziner, Oberarzt der Palliativstation

im Elisabethkrankenhaus Eutin und Mitglied im Palliativ Care Team) informierte über „Die letzten Tage mit SAPV“ unter der Berücksichtigung des LPC.
Der Liverpool Care Pathway (LPC) ist ein umfassendes Betreuungskonzept für die Betreuung und Begleitung von schwerst-und unheilbarkranken Patienten in den letzten Tagen und Stunden ihres Lebens. Der Leitfaden soll helfen, ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Am Anfang steht immer die Aufklärung von Patient und Angehörigen über die SAPV (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) und die Begleitdienste. Der Wille des Patienten, die Sorge der Angehörigen, die Einschätzung des PCT (Palliativ Care Team) sowie die medizinische Indikation bestimmen die Entscheidungen des Teams. Anhand eines Fallbeispiels wurde das Konzept beeindruckend vorgestellt.
Frau Dr. Pfeil (Fachärztin für internistische Onkologie, Palliativmedizinerin an der onkologischen Tagesklinik Eutin und Mitglied im PCT) berichtete über ihren Weg in die Palliativmedizin und ihre Arbeit an der onkologischen Tagesklinik Eutin und im PCT der SAPV im östlichen Holstein. Das Leitthema ihrer Darstellung hieß „Leben mit SAPV“. Der –Weg in die SAPV kann auch ein Weg ins Leben bedeuten, da vielen Patienten durch die palliative Versorgung längere Phasen eines Lebens mit Lebensqualität ermöglicht wird. Verschlechtert sich ihr Zustand, kann jederzeit die spezialisierte Palliativversorgung wieder aufgenommen werden. Auch ihre Ausführungen wurden durch ein berührendes Fallbeispiel vertieft.
Herr Michael Schröder (Pflegedienst Gebrüder Schröder) beschrieb aus der Sicht einer Pflegefachkraft mit Palliativ Care Qualifikation „Mein Weg in die SAPV“ .
Ihn hat die eigene Erfahrung in der ambulanten Pflege in die SAPV geführt. Der Pflegedienst ist in der Regel schon „vor Ort“, ist den Patienten und Angehörigen vertraut und kann – besonders an Wochenenden – vermeiden, dass ein Patient ins Krankenhaus eingewiesen, obwohl eine palliative Versorgung zu Hause möglich ist. Er lobte das gute Netzwerk der SAPV, die vertrauensvolle Teamarbeit, das Engagement aller an der Versorgung Beteiligten.
Alle Teilnehmer/innen des Informationsgespräches waren tief beeindruckt von dem Engagement der Referenten.

Zum Ausklang des Abend erläuterte Herr Steinbrink noch einmal die Idee des Freundeskreises: ein Team zu gründen, das den Gedanken der SAPV in die Bevölkerung trägt mit dem Ziel, dass die Notwendigkeit palliativer Versorgung gesellschaftlicher Konsens wird.

Mitglieder des Freundeskreises bilden hier die Multiplikatoren.
Im September/Oktober soll zu einem neuen Treffen eingeladen werden – mit gleicher Thematik. Ansprechpartnerin des Vorstands für den Freundeskreis ist Frau Anne Przibilka Die Kontakte laufen über Frau Sabine Schmitz - Geschäftsstelle PöH e.V. - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  ; Telefon 0163 7827930.
Frau Jürs (Leiterin der Diakonie – Sozialstationen Eutin /Malente gGmbH ) wird wieder die Räume in Malente zur Verfügung stellen.
Auch wenn es nur ein kleiner Kreis an diesem Abend war: alle Beteiligten sind bereichert nach Hause gefahren.

Juni 2013 Anne Przibilka